//Wohin mit den Daten?

Wohin mit den Daten?

Nicht nur die DSGVO zwingt abteilungsübergreifend Prozesse rund um Datenarchivierung, Backups, die Cloud und Datenlöschung zu überprüfen und zu definieren.

Im Gespräch mit Sylvia Haensel, Ltg. Business Development und Head of Sales bei Stellar Datenrettung

Grundsatzfrage – sollte das Thema Datenarchivierung nicht der IT überlassen werden?

  1. Haensel: Die IT sorgt für eine reibungslose Infrastruktur, IT-Sicherheit und die reibungslose Kommunikationsflüsse. Sicher, eine Datenarchivierung kann sehr gut auch in der klassischen IT-Abteilung zu Hause sein, nur sollte abteilungsübergreifend das Management über die erforderliche Back-Up Strategie entscheiden. Was ich von vielen Unternehmen aller Größenordnungen höre; es wird immer noch zu wenig Budget für nachhaltige IT-Konzepte eingeplant. Vielen ist erst nach einem Datenverlust die Wichtigkeit einer Back-up Strategie bewusst.

Sie arbeiten ja mit verschiedenen Unternehmen auf internationaler Ebene zusammen; wie hat sich der Trend hin zu Backups und Datenverlusten entwickelt? Gibt es hier Auffälligkeiten im Verlauf der letzten zwei Jahre?

  1. Haensel: Wenn ich mir den DACH Raum betrachte: Die Schweiz ist noch etwas konservervativer in Sachen Cloud. In Deutschland haben wir viele Hybridclouds im Einsatz. RAID Systeme sind besonders bei Mittelständlern gefragt. RAID Systeme sind zwar beliebt, aber werden teilweise als absolute Sicherheit fehleingeschätzt. In der Regel wird zu wenig darüber nachgedacht, dass wenn das RAID doch einmal ausfällt, alles weg ist.

Gibt es im DACH Raum Unterschiede zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz?

  1. Haensel: Die Aktivitäten rund um Trojaner und Kryptoangriffe waren im letzten Jahr und derzeit immer noch in bestimmten Zyklen in der Schweiz  doppelt so hoch als in Deutschland und Österreich. Beim Back-up Verhalten jedoch nehmen sich die DACH Länder nicht viel.

Welche Trends bzgl. Datenarchivierung/Backups werden uns noch eine Weile beschäftigen?

  1. Haensel: Online Back-Ups werden im Zuge des Generationswechsels immer mehr akzeptiert, das war nicht immer so. Und wir haben es neben der klassischen Datenrettung quer durch alle Speicheroptionen und der Trojanerthematik auch verstärkt mit der sicheren Aufbewahrung von Bitcoins zu tun. Strengere Vorschriften über den Datenschutz erfordern es auch zunehmend von kleinen und mittleren Unternehmen sich Gedanken über die Verwertung Ihrer IT-Ausrüstung zu machen. Es genügt nicht, Alt-Geräte einfach an IT-Service-Provider oder Recycler zu geben. Generell gilt: und da hilft uns tatsächlich die aktuelle DSGVO-Diskussion: strukturierte Prozesse für Datenerfassung/Aufbewahrung/Updates und Backups sind nicht mehr wegzudenken. Im Zuge der Digitalisierungsprozesse werden immer mehr Abteilungen miteinander verzahnt.

Vielen Dank.

2018-08-01T08:46:41+00:00

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