//Der Traum vom digitalen Büro – DOI in Deutschland

Der Traum vom digitalen Büro – DOI in Deutschland

Auf der CeBIT wurde der aktuelle Digital Office Index vorgestellt. Wie sieht denn nun der Digitalisierungsgrad deutscher Unternehmen aus?

Interessant ist seit eh und je ein Blick auf die einzelnen Geschäftsbereiche. Hier ist der Bereich Produktion und Projektabwicklung Vorreiter. Das bedeutet: bereits 70 Prozent der Aktivitäten  (und somit  über Büro- und Verwaltungsverfahren hinaus) erfolgen  zu mindestens 50 Prozent digital. Mit 68 Prozent folgen Marketing und Vertrieb, Personal und Buchhaltung/Finanzen/Controlling sind in 67 Prozent der Unternehmen intensiv digitalisiert. Es folgen  die Bereiche Einkauf mit 66 Prozent und Logistik mit 64 Prozent.

Alles eine Frage der Definition

Es hätte auch sehr gewundert, gäbe es einheitliche  Meinungen zum Begriff der Digitalisierung. Für Großunternehmen steht die Digitalisierung für die Automatisierung von betrieblichen Geschäftsprozessen sowie die Erweiterung des Portfolios um virtuelle oder digitale Leistungen. Auf jeden Fall steht sie  für die Veränderung der kompletten Unternehmenskultur. Kleinere Unternehmen sind hier eher pragmatisch/bodenständig: Digitalisierung  wird verbunden mit der Unterstützung von betrieblichen Geschäftsprozessen, elektronische Buchführung und Rechnungsstellung oder die Digitalisierung von Papierakten.

Index abhängig von Unternehmensgröße

Die Großunternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern erzielen einen Indexwert von 63 Punkten (2016 lag dieser bei 58), beim Mittelstand mit 100-499 Mitarbeitern liegt der Indexwert bei 58 (2016 lag er bei 53) und bei kleineren Unternehmen mit weniger als 100 Mitarbeitern sind es 53 Punkte (2016 lag er bei 49).

Einsatzgebiete

Digitale Lösungen sind vor allem bei der Digitalisierung von Dokumenten im Einsatz, das sind 57 Prozent. Bei weiteren zwölf  Prozent sind diese geplant. Vorgangssteuerung und Prozessmanagement erfolgen in jedem zweiten Unternehmen  digital. Dann folgen Archivierung/Dokumentenmanagement (41 Prozent), Business Collaboration liegt bei 38 Prozent, dazu zählen u.a. Foren, Portale,  virtuelle Teamräume und auch die bereichsübergreifende Recherche von Unternehmensinformationen mit 34 Prozent.

Cloud Lösungen: mit 48 Prozent verwendet knapp die Hälfte aller Unternehmen  Cloud-Lösungen für Büroprozesse. 25 Prozent  haben diese Prozesse in Planung, 15 Prozent diskutieren noch. Mit  67 Prozent sind die Großunternehmen die Spitzenreiter beim Cloud-Einsatz. Und die elektronische Rechnung? Sie gibt es in 53 Prozent aller Unternehmen, zum Teil existiert die Papierform aber parallel  (40 Prozent).

Und wer treibt das Thema aktiv voran

In 28 Prozent der Unternehmen gibt es dafür einen Koordinator in der Geschäftsführung bzw. im Vorstand. 35 Prozent setzen bei der Koordinierung auf die IT-Leitung oder den CIO. Der Chief Digital Officer (CDO) ist derzeit in den meisten Unternehmen noch kein Thema bzw. eher Zukunftsmusik.

*Digital Office Index 2018 – dieser steht für eine repräsentative Befragung von 1.106 Unternehmen ab 20 Mitarbeitern.

Er zeigt  die Digitalisierung von Büro- und Verwaltungsprozessen, deren Fortschritt und Effekte. Auf einer Skala von 0 („überhaupt nicht digitalisiert“) bis 100 („vollständig digitalisiert“) erreicht der aktuelle Digital Office Index einen Wert von 54 Punkten,  im Jahr 2016 lag er bei 50.

2018-06-12T15:20:02+00:00

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