//Affiliate Links und Werbung: So kennzeichnen Sie sie richtig

Affiliate Links und Werbung: So kennzeichnen Sie sie richtig

Nur knapp 10 Prozent der Affiliate-Links sind als Werbung gekennzeichnet. Dies ergab eine Studie der Universität Princeton, für die US-Forscher rund 500.000 Videos auf YouTube und knapp zwei Millionen Posts auf Pinterest analysiert haben. Laut den Studienleitern sind die Portalbetreiber und die Anbieter von Affiliate-Systemen dazu aufgefordert, die Kennzeichnung für Nutzer zu vereinfachen. In erster Linie müssen Sie sich allerdings auch als werbendes Unternehmen damit auseinandersetzen, wie Sie Affiliate-Links und andere Internetwerbung für Ihre Leser erkennbar machen.

Trennungsgebot gilt auch für Internetwerbung

Affiliate-Links und andere beliebte Werbeformen wie Banner, Produkttests und bezahlte Blogbeiträge werden häufig auf Webseiten eingesetzt. Als werbendes Unternehmen müssen Sie in den Internetmedien ebenso wie bei klassischen Printanzeigen das Trennungsgebot einhalten und demnach redaktionelle Textpassagen von der Werbung klar trennen. Dies ergibt sich aus der E-Commerce-Richtlinie 2000/31/EG und dem Rundfunkstaatsvertrag (RStV) sowie aus dem Telemediengesetz (TMG) und der Bestimmung des § 3 Abs. 3 UWG.

Affiliate-Links, Banner & Co. als Werbung kennzeichnen

Wenn Sie als Unternehmen Werbeflächen im Internet nutzen, müssen sie diese als solche deklarieren.

Werbebanner

Das Aussehen eines herkömmlichen Werbebanners zeigt dem Betrachter offensichtlich, dass es sich hierbei um Werbung handelt. Laut einer Entscheidung des Kammergerichts Berlin sind in diesem Fall Inhalt und Anzeige klar voneinander getrennt, sodass eine Kennzeichnung verzichtbar ist. Sicherheitshalber sollte aber auch ein Werbebanner mit dem Hinweis „Werbung“ versehen sein.

Bezahlte Blogbeiträge und Produkttests

Falls Sie als Unternehmen einen Blogbeitrag oder einen Produkttest in Auftrag geben, müssen Sie diese Veröffentlichung als „Werbung“ oder „Anzeige“ ausweisen. Bei freiwillig erstellten Beiträgen über zugesendete Produkte kann der Hinweis unterbleiben.

Affiliate Links

Sogenannte Affiliate Links müssen aufgrund ihres Verweises auf Werbeinhalte klar als Werbung ausgewiesen sein. Neben dem Begriff „Werbung“ kommt das Wort „Anzeige“ in Betracht. Im Gegensatz dazu lassen Begriffe wie „sponsored“, „sponsored by“, „gesponsert“ oder „unterstützt von“ eine eindeutige Einstufung als Werbeinhalte vermissen, weshalb Sie diese Varianten nicht zur Kennzeichnung nutzen sollten.

Allgemeines zur Werbekennzeichnung

Bei Blogbeiträgen platzieren Sie den Werbehinweis idealerweise am Textanfang oder in der Überschrift. Generell gilt, dass der Betrachter die Kennzeichnung als solche klar erkennen sollte, ohne den Text danach durchsuchen zu müssen. Außerdem müssen Sie den Hinweis so anbringen, dass ihn die Nutzer aller Endgeräte, insbesondere auch Smartphone-User, sehen können.

Fehlende Kennzeichnung: Mögliche Konsequenzen für Unternehmen

Wenn Sie die Kennzeichnungspflicht von Internetwerbung missachten, drohen Ihnen rechtliche Konsequenzen und hohe Bußgelder. Mitbewerber und Verbraucherschutzzentralen können wegen Wettbewerbsverstößen Unterlassungs- und Beseitigungsansprüche gegen Sie anstrengen. Außerdem stehen Schadenersatzansprüche der Konkurrenz im Raum. Aufsichtsbehörden können Bußgelder gegen Ihr Unternehmen verhängen, wenn Sie die Bestimmungen des TMG oder des Rundfunkstaatsvertrages verletzen. Es sind Ordnungsgelder von bis zu 250.000 Euro möglich.

Falls Sie als werbendes Unternehmen mit einem Influencer zusammenarbeiten, sollten Sie einen schriftlichen Vertrag abschließen, der die Kennzeichnung von Internetwerbung regelt. Die Kontrolle ist hier ebenfalls wichtig. Sie sollten daher überprüfen, ob sich Ihr Vertragspartner an die getroffenen Absprachen hält. Damit können Sie negative Konsequenzen abwenden.

Imageschaden und Verlust der Glaubwürdigkeit

Neben rechtlichen Folgen und finanziellen Einbußen droht Ihnen ein Imageschaden, wenn Sie Ihrer Kennzeichnungspflicht nicht nachkommen. Unternehmen, die Werbung in den Onlinemedien nicht kennzeichnen, können an Glaubwürdigkeit verlieren. Die Leser hochwertiger Textinhalte werten einen eindeutigen Hinweis auf Werbung als Zeichen für Aufrichtigkeit. Es lohnt sich daher, Affiliate-Links und Blogbeiträge mit Werbehinweisen zu versehen, um das Image eines glaubwürdigen Unternehmens zu bewahren.

2018-05-18T09:24:57+00:00

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